Über den Blog
Dies ist ein Blog über das Reisen als chronisch nierenkranker Mensch.
Wie – nicht über die exotischen Beuteltiere wie Koala, Känguru, Wombat oder den Tasmanischen Teufel? Leider nein.
Es ist so: Menschen mit Niereninsuffizienz sind dialysepflichtig und brauchen eine Ersatztherapie, um die Giftstoffe aus dem Blut herauszufiltern. Üblicherweise geschieht das in spezialisierten Zentren in Krankenhäusern oder in eigenständigen Einrichtungen mittels maschineller Hämodialyse oder weniger häufig über das körpereigene Bauchfell. Falls man die Möglichkeit hat, die Bauchfelldialyse (med. Peritonealdialyse) selbst durchführen zu können, braucht man zu Hause Beutel. Jede Menge Beutel, gefüllt mit der Spülflüssigkeit, dem Dialysat. Es nimmt im Bauchfell die Giftstoffe aus dem Blut auf und muss dann regelmäßig ausgetauscht werden.
So wird der Nierenkranke selbst zum Beuteltier: Zum einen trägt er ständig ca. 1,5 bis 2 Liter Beutelinhalt mit sich herum, und zum anderen ist er je nach Therapie bis zu 5x pro Tag mit den Beuteln beschäfigt, um den Wechsel der Flüssigkeiten vorzunehmen. Manche können auch mittels Cycler diesen Wechsel maschinell z. B. über Nacht erledigen, sofern die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind. Auch bei der Hämodialyse ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Behandlung außerhalb der üblichen Zentren möglich. Zu Hause genauso wie unterwegs.
Manche Stomaträger bezeichnen sich ebenfalls als Beuteltiere, auch wenn es bei ihnen anders läuft, ihr wisst schon…
Wir wollen den Menschen zeigen, daß man trotz aller Unannehmlichkeiten die so eine Erkrankung mit sich bringt, Reisen in unterschiedlichsten Formen nach einer gewissen Vorbereitung machbar und genießbar sind.
Wir sind seit 2021 mit dem Wohnwagen unterwegs und organisieren meist Rundreisen, wo wir immer ein paar Tage mal hier, mal da stehen und die Umgebung erkunden, bevor es uns weiter zieht.
Wie man solche Reisen organisiert und worauf man achten sollte, das erfahrt ihr hier am Beispiel unserer bisher größten Tour ans Nordkap, die für Ende Mai 2025 geplant ist und ca. 6 Wochen dauern soll.